EIN ARMUTSZEUGNIS FÜR PRINT
Influencer und Social Media sollen es richten
Klaus-Peter Nicolay

03.02.2024 ► Jetzt haben wir es Schwarz auf Weiß. Und zwar vom sogenannten Spitzenverband der Druckindustrie, der sich für die Lobby-Arbeit in Berlin zuständig erklärt hat: Print ist kein geeignetes Medium, um junge Leute anzusprechen. Das müssen jetzt Social Media und Influencer besorgen (Ausgang ungewiss). Ein Armutszeugnis!

Und der Verband Druck + Medien Nordwest jubelt auch noch! Denn beim Betteln, sorry, beim Crowdfunding-finanziertes Projekt ›hochDRUCK‹ sind im Januar 30.000 Euro zusammengekommen. Der bvdm und seine regionalen Verbände möchten damit eine Kampagne finanzieren, bei der Influencer in Social Media junge Menschen als Auszubildende für den Ausbildungsstart 2024 gewinnen sollen.
Auch wenn rund 75% der Druckereien in Deutschland unter Fachkräftemangel leiden und Ausbildungsplätze nicht besetzen können, weil sich Jugendliche für andere Berufswege entscheiden: Lassen sich Jugendliche nicht auch mit Print bewerben? Haben die bisherigen Kampagnen auf Ausbildungsbörsen nicht gewirkt oder die Plakate mit Tätowierten, mit denen zum Beispiel in U-Bahnen geworben wurde? Oder war das Budget zu klein?
Dann sollte ein Budget für eine Print-Kampagne zusammengestellt und die Republik großflächig mit Plakaten geflutet werden. Denn junge Menschen sind nicht nur in den sozialen Medien unterwegs! Sie bewegen sich sehr wohl auch im öffentlichen Raum, wo sie mit Werbung auf Plakatflächen, auf Taxis, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf schulnahen Werbeflächen etc. angesprochen werden können. Mit Werbung also, die lokal wirkt für eine Ausbildung, für einen Beruf in der Druck- und Medienindustrie sowie gleichzeitig auch für die ortsansässigen Druckereien. Mit Werbung, die die „Power of Print“ zeigt.
So ließe sich nicht nur bei den Jugendlichen der Bekanntheitsgrad der Branche steigern (was ja über Jahrzehnte versäumt wurde). Dann würde auch das Interesse an der Branche insgesamt, an ihren Berufen und Produkten steigen! 


 

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